What the Beekeeper's Widow Knows About Silence
von MansourAlQahtani
Eine Imkerswitwe trauert auf ihre eigene stille Weise: Statt gesellschaftlicher Rituale sucht sie in der Morgendämmerung die Bienenstöcke ihres verstorbenen Mannes auf und findet dort – in der lebendigen Wärme der Bienen – einen Weg durch den Verlust. Die Beobachtung des ersten Ausflugs der Bienen wird zu einem Gebet ohne Worte und zur Erkenntnis, dass Trauer kein Fehlen, sondern ein Druck ist, der Wärme bewahrt.
Gedicht für eine Sprache, die ich verliere
von Adriana
Das lyrische Ich beschreibt den schleichenden Verlust der portugiesischen Muttersprache über drei Generationen hinweg – von der Mutter, die noch auf Portugiesisch zählt, über das eigene Entfremden, bis zur Tochter, der die Sprache nie weitergegeben wurde. Durch alltägliche Bilder wie Wäscheaufhängen und Telefongespräche wird die stille Trauer über eine verlorene sprachliche Heimat spürbar. Das Gedicht endet mit dem Bild des Wassers, das durch die Finger rinnt – ein Verlust, der zu spät erkannt wurde.
Was im Krankenhauszimmer bleibt
von Hannelore
Ein lyrischer Text schildert das Wachen am Krankenbett der Mutter – die mechanischen Geräusche, die stillen Hände, das Zählen von Deckenplatten. Der Erzähler wartet darauf, dass die Mutter erwacht und ihn mit seinem richtigen Namen ruft, während das Leben draußen gleichgültig weiterläuft. Am Ende verdichtet sich alles in der Erkenntnis, dass Liebe manchmal nur bedeutet: dazubleiben.
Was das Eis noch weiß
von Lars
Ein lyrisches Gedicht über den Rückzug des Eises in einem Fjord, erzählt durch die Erinnerungen eines Kindes und die Weisheit seines Vaters. Es reflektiert den Verlust von indigenem Wissen und Sprache, die eng mit der Natur verbunden sind, wenn der Klimawandel die Landschaft verändert. Das Schreiben wird zum letzten Akt des Bezeugens, nicht als Rettung, sondern als Erinnerung.