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Lyrik: Kurzgeschichten lesen

Lyrik verdichtet, was Prosa umschreibt – ein Bild, ein Gefühl, ein Augenblick in wenigen Zeilen. Auf Fireside findest du Gedichte von Autorinnen und Autoren, die der Sprache ihren eigenen Klang geben. Lies kostenlos die neuesten Gedichte.

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Neueste Lyrik-Geschichten

Das Alter wird ernst, aber ich niemals.
von Lucy_bloom
Ein 17-Jähriger, der gerade von zu Hause ausgezogen ist, reflektiert über gesellschaftliche Erwartungen rund um Arbeit, Geld und Erfolg und stellt ihnen ein klares Gegenmodell gegenüber: ein Leben voller Leichtigkeit, Spontanität und echter Freude. Der Text ist ein jugendliches Manifest gegen das Ernstnehmen von Status und Besitz und ein Plädoyer dafür, das Leben wirklich zu leben statt nur zu existieren.
Stadtnacht
von Lucy_bloom
Der Text schildert eine stille Stadtnacht aus der Ich-Perspektive: Laternen, Mondlicht und Grillenzirpen schaffen eine atmosphärische Kulisse zwischen Ruhe und urbaner Lebendigkeit. Der Erzähler nimmt die Geschichten hinter erleuchteten Fenstern wahr und findet in der Nacht Entspannung und Frieden. Es ist eine lyrische Momentaufnahme urbaner Stille.
Die Halbwertszeit des Gebets
von Chenxi93
Magistratin Soo kniet allein im Maschinenraum eines Raumschiffs und faltet die Hände – nicht aus Glauben, sondern aus dem Bedürfnis, die schiere Unermesslichkeit des Universums anzusprechen. Die Geschichte erkundet die Grenze zwischen Wissenschaft und Spiritualität, zwischen rationaler Kontrolle und dem tiefen menschlichen Verlangen nach Bedeutung. In der Stille vor dem nächsten Triebwerksstart erinnert sie sich an ihre Mutter und erkennt, dass Gebet vielleicht keine Petition ist, sondern eine Form der Navigation.
Inventar eines Textilmuseums nach Schließung
von L_Balazova
Ein lyrisches Ich durchstreift nach Schließung ein Textilmuseum und nimmt Inventar auf – doch die scheinbar sachliche Bestandsaufnahme wird zum meditativen Nachdenken über Handwerk, Gedächtnis, namenlose Arbeit und die stille Würde vergessener Dinge. Jedes Objekt öffnet sich zu einer Geschichte, die nie aufgeschrieben wurde, und das Inventar selbst bricht mittendrin ab – unfertig, wie alles Menschliche. Die Erzählung bewegt sich zwischen Dokumentation und Elegie, zwischen Fakten und dem, was Fakten nie fassen können.
Die Archivarin von Phobos
von Farhad.Akhavan
Maryam, die einzige verbliebene Wissenschaftlerin auf einer Raumstation im Orbit des Marsmondes Phobos, entdeckt nach 14 Monaten der Isolation ein rätselhaftes Artefakt auf der Oberfläche. Das Objekt trägt eine Inschrift in mittelpersischer Pahlavi-Schrift mit einer tröstlichen Botschaft an Nachkommen oder Gleichgesinnte. Die Geschichte verbindet tiefe Einsamkeit mit einem Moment überzeitlicher menschlicher Verbindung.
Was das Eis tut, bevor es bricht
von ErikL
Ein lyrisches Prosagedicht begleitet den Jahresgang eines Teiches von der ersten Eisbildung im November bis zum Aufbrechen im April. Die erzählende Person beobachtet als Naturwissenschaftlerin und Dichterin zugleich, wie das Eis entsteht, spricht und vergeht – und findet darin ein stilles Gleichnis für innere Zustände. Das unvollendete letzte Bild verstärkt die Offenheit und Verletzlichkeit des Textes.
Was die Imkerwitwe über die Stille weiß
von MansourAlQahtani
Eine Imkerswitwe trauert auf ihre eigene stille Weise: Statt gesellschaftlicher Rituale sucht sie in der Morgendämmerung die Bienenstöcke ihres verstorbenen Mannes auf und findet dort – in der lebendigen Wärme der Bienen – einen Weg durch den Verlust. Die Beobachtung des ersten Ausflugs der Bienen wird zu einem Gebet ohne Worte und zur Erkenntnis, dass Trauer kein Fehlen, sondern ein Druck ist, der Wärme bewahrt.
Gedicht für eine Sprache, die ich verliere
von Adriana
Das lyrische Ich beschreibt den schleichenden Verlust der portugiesischen Muttersprache über drei Generationen hinweg – von der Mutter, die noch auf Portugiesisch zählt, über das eigene Entfremden, bis zur Tochter, der die Sprache nie weitergegeben wurde. Durch alltägliche Bilder wie Wäscheaufhängen und Telefongespräche wird die stille Trauer über eine verlorene sprachliche Heimat spürbar. Das Gedicht endet mit dem Bild des Wassers, das durch die Finger rinnt – ein Verlust, der zu spät erkannt wurde.
Was im Krankenhauszimmer bleibt
von Hannelore
Ein lyrischer Text schildert das Wachen am Krankenbett der Mutter – die mechanischen Geräusche, die stillen Hände, das Zählen von Deckenplatten. Der Erzähler wartet darauf, dass die Mutter erwacht und ihn mit seinem richtigen Namen ruft, während das Leben draußen gleichgültig weiterläuft. Am Ende verdichtet sich alles in der Erkenntnis, dass Liebe manchmal nur bedeutet: dazubleiben.
Was das Eis noch weiß
von Lars
Ein lyrisches Gedicht über den Rückzug des Eises in einem Fjord, erzählt durch die Erinnerungen eines Kindes und die Weisheit seines Vaters. Es reflektiert den Verlust von indigenem Wissen und Sprache, die eng mit der Natur verbunden sind, wenn der Klimawandel die Landschaft verändert. Das Schreiben wird zum letzten Akt des Bezeugens, nicht als Rettung, sondern als Erinnerung.
Taktangabe für einen Sauerteig
von Cormac
Ein irischer Bäcker und Ex-Musiker verarbeitet in einem Gedicht mit Refrain das Ende seiner Band und findet im Rhythmus des Brotbackens ein neues, ruhigeres Maß für Geduld und Zusammenspiel.
Die Markierung
von ErikL
Ein schwedischer Förster beschreibt in fünf Gedichten die Markierung von Bäumen für die Ernte, den Borkenkäferbefall und die Übergabe eines vierzig Jahre alten Bestands an die nächste Generation – eine Meditation über Fürsorge, Zahlen und das, was Weitergeben eigentlich bedeutet.
Drei Uhr morgens, Accra / Wien
von amara_osei
Ein Nachtgedicht. Drei Uhr morgens in Wien und Accra gleichzeitig. Mutter und Tochter verbunden durch das was beide nicht sagen.
Topographie einer Ankunft
von amara_osei
Ein Ankunftsgedicht in sieben Teilen. Wien, die erste Nacht, Heimweh, nordisches Licht, die schweigende Stadt. Amara kommt an.
Was man mit 58 anders liebt
von lena_brenner
Lena vergleicht Liebe mit 28, 34 und 58. Weniger Angst durch mehr Verlust. Endliche Liebe als die einzig wahre.
Heimweh (das Wort das es nicht gibt)
von amara_osei
Amara vergleicht das deutsche Wort Heimweh mit dem Twi-Wort ɔhaw — Schmerz gegen Last. Ein Essay-Gedicht über das Leben in einer fremden Sprache.
Das Licht über Katendrecht
von Pieter
November 2016, ohne Kamera: das Licht auf den Lagerhäusern von Katendrecht tut etwas Einmaliges, vier Minuten lang. Pieter sieht zu. Ein Foto existiert nach einem. Das Licht existiert nur in seiner Erinnerung. Es war sein Licht auf seinen Gebäuden — und er hat es nicht behalten.
Nordlichter
von Helga
Helga hat das Nordlicht ungefähr zweihundert Mal gesehen. Gewöhnt man sich daran? Nicht vollständig. Man gewöhnt sich an die Tatsache davon. Aber wenn man richtig hinschaut — das Grün, die Bewegung — hat man keine Kategorie dafür. Nach zweihundert Mal immer noch nicht.
Drei Uhr morgens
von Cormac
Cormac fängt um drei Uhr morgens an. Diese Stunde hat eine Qualität die keine andere hat. Er denkt an Sauerteig auf Irisch, an seine Gitarre, an Tochter Siobhan die Bäckerin werden will bis sie den Arbeitsbeginn kennt.

Häufige Fragen

Was ist Lyrik?

Lyrik ist verdichtete Sprache: Gedichte, die in wenigen Zeilen ein Gefühl, ein Bild oder einen Gedanken einfangen. Klang, Rhythmus und das Ungesagte zählen oft mehr als die reine Aussage.

Was macht ein gutes Gedicht aus?

Ein genaues Bild, ein eigener Klang und der Mut zur Auslassung. Ein starkes Gedicht sagt wenig und meint viel.

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