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Was im Krankenhauszimmer bleibt

von Hannelore · 12. Juli 2026 · Lyrik

Ein lyrischer Text schildert das Wachen am Krankenbett der Mutter – die mechanischen Geräusche, die stillen Hände, das Zählen von Deckenplatten. Der Erzähler wartet darauf, dass die Mutter erwacht und ihn mit seinem richtigen Namen ruft, während das Leben draußen gleichgültig weiterläuft. Am Ende verdichtet sich alles in der Erkenntnis, dass Liebe manchmal nur bedeutet: dazubleiben.

Der Apparat neben dem Bett piept in einem Takt, den ich nach drei Tagen auswendig kenne, wie ein Lied, das ich nie hören wollte und jetzt nicht mehr vergesse.

Meine Mutter schläft mit offenem Mund, die Hand, die einmal meine Zöpfe flocht, liegt jetzt still auf der weißen Decke, kleiner, als ich sie in Erinnerung hatte.

Eine Schwester kommt, prüft etwas, notiert etwas, lächelt kurz in meine Richtung, ein professionelles Lächeln, das trotzdem hilft, mehr, als sie ahnt.

Ich zähle die Fliesen an der Decke, vierundsechzig, während ich warte, dass sie aufwacht, dass sie mich noch einmal mit meinem Namen ruft, nicht mit dem Namen der Verwirrung, den sie manchmal benutzt, wenn die Medikamente zu stark sind.

Draußen fährt ein Rasenmäher, ein Kind lacht irgendwo, das Leben geht weiter, ungefragt, unbeeindruckt, während ich hier sitze und lerne, dass Liebe manchmal nur bedeutet: bleiben, auch wenn es nichts zu tun gibt außer bleiben.

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