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Was die Imkerswitwe über die Stille weiß

von MansourAlQahtani · 28. August 2026 · Lyrik

Eine Imkerswitwe trauert auf ihre eigene stille Weise: Statt gesellschaftlicher Rituale sucht sie in der Morgendämmerung die Bienenstöcke ihres verstorbenen Mannes auf und findet dort – in der lebendigen Wärme der Bienen – einen Weg durch den Verlust. Die Beobachtung des ersten Ausflugs der Bienen wird zu einem Gebet ohne Worte und zur Erkenntnis, dass Trauer kein Fehlen, sondern ein Druck ist, der Wärme bewahrt.

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Sie trauert nicht so, wie das Dorf es erwartet, mit der offenen Tür und den Nachbarsfrauen, die das Zimmer füllen wie Wasser eine Senke füllt.

Stattdessen steht sie auf, bevor die Farbe kommt, und geht allein den terrassierten Hang hinauf, hört die Bienenstöcke, bevor sie sie sieht — diesen tiefen, gleichmäßigen Akkord, den die Lebenden machen, ohne es zu versuchen.

Den ganzen Winter ließ sie sie stehen. Sie konnte den Deckel nicht heben. Sie hatte Angst vor dem, was geblieben war, und vor dem, was gegangen war.

Aber jetzt ist die Stunde, die niemandem gehört, der Himmel ein verwischtes Grau, fast schon Blau, und sie nähert sich dem nächsten Kasten so, wie man sich einem schlafenden Wesen nähert, das man liebt — ohne stören zu wollen, ohne wegbleiben zu können.

Sie legt eine Handfläche flach gegen das Holz.

Sie sind dort drin. Alle noch dort drin, kreisen um etwas, das sich nicht benennen lässt, beugen ihr ganzes kurzes Leben um eine Wärme, die sie nicht gewählt haben, aber schließlich gewählt haben zu dienen.

Ihr Mann hatte ein Wort dafür — er hatte für alles ein Wort, dieser Mann, dieser große, ruhige Mann — er nannte es *fitra*, die ursprüngliche Neigung, die Ausrichtung des Geschöpfs zu seinem Herrn, bevor das Geschöpf weiß, dass es sich neigt.

Sie hatte ihn damals ausgelacht. Jetzt lacht sie nicht mehr.

Jetzt glaubt sie, die Bienen hätten schon immer gewusst, was sie erst beginnt zu ahnen: dass Verlust keine Abwesenheit ist, sondern ein Druck, so wie der Bienenstock die Wärme hält lange nach dem die Sonne das Holz verlassen hat, lange nachdem man aufgehört hat, Wärme zu erwarten.

Die erste taucht auf.

Klein. Zielstrebig. Ganz ohne Trauer.

Sie hebt sich vom Eingangsloch und sie sieht zu, wie sie aufsteigt über die Terrassenmauer, über den Feigenbaum, der sich noch nicht entschieden hat, grün zu werden, in das besondere Licht, das nur in dieser Schwellenstunde existiert, jenes Licht, das weder Gabe noch Versprechen ist, sondern schlicht das, was kommt, nachdem die Dunkelheit ihre lange und notwendige Arbeit getan hat.

Sie denkt an ihre Tochter in der Stadt, die jeden Abend anruft, die Stimme behutsam, auf Schäden in den Antworten der Mutter lauschend.

Sie denkt daran, was sie nicht durchs Telefon sagen kann: dass sie nicht beschädigt ist. Dass sie wie der Bienenstock im Winter ist — geschlossen, warm, mit der langsamen inneren Arbeit beschäftigt, die von außen wie nichts aussieht, die von innen alles ist.

Noch eine Biene. Noch eine.

Bald sind es Dutzende, und sie steht im Beginn ihres Hinausgehens, und es ist, gibt sie zu, eine Art Gebet — nicht die formelle Art, die ihr Mann liebte, die abgemessenen Worte zu abgemessenen Stunden, obwohl sie es liebte, ihm dabei zuzusehen, seinen großen offenen Händen, seinem Gesicht, das auf etwas ausgerichtet war, das sie nicht sehen konnte, aber daran glaubte, weil er daran glaubte —

nein, das hier ist die andere Art, die Art ohne Worte, die Art, über die die Mystiker schrieben in einer Sprache, die ihr peinlich war, bis vor kurzem: die Auflösung, das Vergehen, der Moment, in dem das Selbst zu einer Tür wird, durch die das Licht geht.

Sie ist dreiundsechzig Jahre alt. Sie hat ihre Mutter begraben, ihren ältesten Bruder, jetzt ihren Mann. Sie ist nicht aufgelöst. Sie ist einfach — geläutert.

Wie Honig, denkt sie, und lächelt fast, weil er das gemocht hätte, diesen kleinen Vergleich, er hätte ihn in sein Notizbuch geschrieben und ihn ihr vorgelesen mit diesem Gesichtsausdruck, den er hatte, halb Gelehrter, halb Junge.

Der Nebel zieht über die obere Terrasse. Die Bienenstöcke erwachen jetzt vollständig. Der Klang hat sich verändert, von jenem tiefen Akkord zu etwas Höherem, Vielfältigerem, dem Klang einzelner Leben, die einzeln gelebt werden, jede Biene trägt ihren eigenen winzigen Anteil der Weltgeschäfte hinaus in die Welt.

Sie weiß nicht, was von einem Mann bleibt. Sie weiß nicht, ob irgendetwas hinübergeht.

Aber sie kennt dieses Feld. Sie kennt diese Kästen. Sie weiß, dass wenn sie den Deckel hebt — nicht heute, vielleicht morgen — dort Waben sein werden, im Dunkeln gebaut, ohne Anweisung gebaut, gebaut, weil die Form davon schon in ihnen war, bevor sie begannen.

Und sie wird ihre Hände hineinstecken. Und die Bienen werden sich um ihre Hände bewegen so wie Erinnerung sich um ein Leben bewegt — ohne zu stechen, ohne still zu sein, aber da, immer da, und tun, was sie wissen.

Diese Geschichte wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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