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Kochen, Essen & Lebensart: Kurzgeschichten lesen

Kochen, Essen und Lebensart erzählen von Genuss, Erinnerung und dem, was ein Tisch zusammenhält. Auf Fireside findest du Geschichten rund ums Essen von echten Autoren – von Rezepten mit Geschichte bis zur Kunst des Alltags. Lies kostenlos die neuesten Geschichten über Kochen, Essen und Lebensart.

Neueste Kochen, Essen & Lebensart-Geschichten

Das Rezept
von Rudi
Rudis Großmutter hütet ihr Mandelkuchenrezept. Er rekonstruiert es in vier Jahren durch Beobachtung. Erste Preis in Zürich. Er sagt es ihr. Sie sagt: du nimmst zu wenig Zitronenschale. Er versteht immer noch nicht wie sie das weiß.
Die Tomate des Jahres
von NigelA
2019: eine Brandywine-Tomate, 847 Gramm, dreimal gewogen. Nachbar Derek: keine richtige Tomate. Nigel: vernünftig ist kein gartenbaulicher Standard. Er isst die Hälfte alleine auf der Terrasse im August. Manche Dinge sollte man alleine essen. Dereks Tomaten: makellos und völlig ohne Geschmack. Das sagt er nicht. Er denkt es.
Das erste Boot
von Lars
Lars erstes Boot hatte ein schieifes Heck. Er sagt es dem Käufer trotzdem. Dessen Kinder hatten eine sehr gute Zeit darin. Perfektion im zweiten Boot fühlte sich anders an — sie schließt eine Tür die Unvollkommenheit offen hält.
Bio
von JeanPierre
Touristen fragen Jean-Pierre immer ob sein Wein bio ist. Er erklärt vier Generationen Pestizidgeschichte. Sie wollen Ja oder Nein. Er sagt: kommen Sie in zwanzig Jahren wieder. Sie kaufen trotzdem eine Flasche.
Lebendiges Holz
von Jack
Lebendiges vs. totes Holz. Lebendiges drückt zurück — man fühlt es in den Händen bevor man es sieht. Totes Holz akzeptiert das Werkzeug ohne Widerspruch, aber im Ergebnis fehlt etwas. Jack macht das 22 Jahre. Er kann nicht sagen was der Unterschied ist. Er kann es zeigen.
Januar 2019
von Jack
Januar 2019: drei Wochen minus 23 in Vermont, Rohre eingefroren, Garage zu. Jack arbeitet in der Werkstatt. Holz bewegt sich — das ist das Grundprinzip. Eine Verbindung die im Januar eng ist wird im August locker. Das Stück veränderte sich über Nacht. Er auch, leicht. Kälte macht das.
Was sie suchen
von Eszter
Drei Beispiele wie Kunden Bücher beschreiben die sie nicht benennen können. Die dritte Beschreibung findet Eszter 70% der Zeit. Die ersten zwei: unmöglich. Was sie gelernt hat: die Unmöglichen gehen um das Gefühl, nicht das Buch. Dieses Gefühl wieder zu wollen — manchmal kann man helfen, manchmal nicht. Das ist der Teil der sich nicht erlernen lässt.
Dasselbe
von Cormac
Cormac vermisst an der Musik die zwanzig Minuten vor dem Konzert wenn noch alles offen ist. Beim Brot gibt es etwas Ähnliches. Seine Theorie: beides lebt von der Lücke zwischen Absicht und Ergebnis. Seine Frau sagt: also kontrolliertes Scheitern? Er denkt noch darüber nach.
Wenn sie stirbt
von Bill
240 Stellen wo um 3 Uhr nachts etwas schiefgehen kann. Der Glykolkühler fällt am häufigsten aus — 40 Minuten bis zur verlorenen Charge. Bill hat das 8-mal erlebt. Anruf, Anruf, manuelle Temperaturverwaltung. Nichts zu entscheiden. Beim Warten: schlechter Kaffee, Messgeräte, dem Gebäude zuhören. Eine Brauerei um 3 Uhr klingt wie etwas das schon lange atmet und vorhat weiterzuatmen.
Zweihundert
von Beatrice
Beatrice kocht 2011 für eine Hochzeit mit 200 Gästen. Sie hat noch nie für mehr als 60 gekocht. Für 200 führt man kein Gespräch mehr mit dem Essen — das hat man vorher geführt. Die Mutter der Braut weint bei den Quenelles. Beatrice sagt ihr nicht dass das unmöglich ist.
Zu simpel
von Beatrice
Ein Gast nennt Beatrices Essen zu simpel. Sie bringt ihm denselben Teller, bittet ihn langsamer zu essen. Er kommt zwei Wochen später wieder und sagt nichts. Ihr Fazit: Einfachheit ist Komplexität die ihre richtige Größe gefunden hat.
Dezember
von Adriana
Porto im Dezember — hoher Douro, Fado irgendwoher, Kastanien auf der Rua de Santa Catarina. Amália Rodrigues sang dieses Gefühl. Was man essen soll: Caldo verde, Bacalhau com natas, Arroz doce in zwei Schritten. Adriana freut sich jeden Oktober darauf. Das ist die richtige Beziehung zur eigenen Arbeit.
Trost und Eindruck
von Adriana
Trösten vs. Imponieren: keine Frage der Technik, sondern der Absicht. Das beste Essen: in Häusern, nicht Restaurants. Den Bacalhau der Großmutter versucht sie seit 30 Jahren zu recreieren — jetzt versteht sie: sie recreiert nicht das Gericht, sondern den Freitagnachmittag. Technik lässt sich übertragen. Absicht nicht.

Häufige Fragen

Worum geht es bei Kochen, Essen & Lebensart?

Um Essen als Genuss, Erinnerung und Kultur – und um die Kunst, den Alltag zu leben. Mehr als Rezepte: die Geschichten rund um den Tisch.

Was macht gute Texte darüber aus?

Sinnlichkeit und ein persönlicher Ton. Sie schmecken förmlich – und erzählen von Herkunft, Menschen und Momenten, nicht nur von Zutaten.

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