Der letzte Dienst
von Beatrice · 18. Juni 2026 · Biografie & Memoir
Beatrices letzter Dienst — ein gewöhnlicher Dienstag. Hähnchen mit Estragon, Gratin, Tarte tatin. Sie kocht was sie kennt. Räumt auf wie immer, schaltet Lichter aus wie immer. Sie hatte etwas Besonderes erwartet zu fühlen. Sie fühlt Müdigkeit. Das schien ungefähr richtig.
Mein letzter Dienst war ein Dienstag im Juni 2021. Kein besonderer Tag — ich hatte bewusst einen Dienstag gewählt weil Dienstage ruhiger sind und ich keine Zeremonie wollte. Ich sagte meinem Personal eine Woche vorher Bescheid. Ich bat sie kein Aufheben zu machen.
Auf dem Herd an jenem Abend: Hähnchen mit Estragon, ein Gratin dauphinois, eine Tarte tatin im Ofen. Dieselben Gerichte die ich hunderte Male gemacht hatte. Ich hatte überlegt etwas Neues zu kochen, etwas das ich noch nie gemacht hatte, als eine Art Markierung. Das tat ich nicht. Am Ende wollte ich mit Dingen aufhören die ich kannte.
Der letzte Tisch ging um halb elf. Ich räumte auf wie immer, schaltete die Lichter in der Reihenfolge aus in der ich sie immer ausschaltete, schloss die Tür ab. Ich hatte erwartet etwas Bestimmtes zu fühlen. Was ich fühlte war Müdigkeit, was ich immer an einem Dienstagabend fühlte. Ich ging nach Hause denselben Weg den ich vierzig Jahre lang gegangen war. Die Stadt war still. Das schien ungefähr richtig.
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