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Humor & Satire: Kurzgeschichten lesen

Humor und Satire nehmen die Welt aufs Korn – mal leicht, mal mit spitzer Feder, immer mit einem Funken Wahrheit. Auf Fireside findest du komische und satirische Geschichten von Autorinnen und Autoren, die zum Schmunzeln und Nachdenken bringen. Lies kostenlos die neuesten humorvollen Geschichten.

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Neueste Humor & Satire-Geschichten

The Good Tablecloth
von MarcoF
An jedem großen Familienfest streiten die Espositos um die Herkunft ihres weißen Tischtuchs – Nonna Carmela besteht darauf, es sei ein Erbstück aus Avellino, während Schwiegertochter Rossana schwört, es selbst auf einem Markt gekauft zu haben. Als Federica zu Ostern ihren neuen Freund Andrea mitbringt und er das Tischtuch unschuldig bewundert, zieht er unfreiwillig in einen jahrzehntealten Familienkonflikt hinein. Der Vater Enzo navigiert wie immer diplomatisch zwischen den beiden Frauen, und Andrea beginnt zu begreifen, dass er nicht Zeuge eines Streits, sondern eines eingespielten Familienrituals ist.
The Committee for the Provisional Standardisation of Regional Soup
von WChrzanowski
Ein satirischer Blick auf eine kafkaeske Bürokratie, die seit elf Jahren tagt, um die offizielle Zeremonialsuppe einer polnischen Region festzulegen – ohne je zum eigentlichen Thema vorzudringen. Die Geschichte entfaltet mit trockenem Witz die absurde Selbstreferenzialität von Ausschüssen, Unterausschüssen und endlosen Verfahrensfragen.
The Heritage Designation of Oom Koos's Carport
von Andries
Oom Koos Breytenbach stellt einen Antrag auf Denkmalschutz für seinen baufälligen Carport in Stellenbosch, um einer Abrissverfügung der Gemeinde zu entgehen. Mit bürokratischem Geschick, einem Geranientopf und einer selbst beschrifteten Tafel empfängt er die Prüfungskommission. Die Geschichte ist eine bissig-humorvolle Satire auf südafrikanische Bürokratie, Afrikaner-Identität und den menschlichen Erfindungsreichtum im Umgang mit Behörden.
The Competence of Pan Feliks
von Wrona_Z
Pan Feliks Mazur, Hausverwalter eines polnischen Mietshauses, verfolgt seit Jahrzehnten die Strategie, Probleme sich selbst lösen zu lassen – mit wechselhaftem Erfolg. Ein wachsender Deckenriss ignoriert diese Philosophie hartnäckig, bis ein herabfallender Putzklumpen den Regenschirm des alten Pan Brodziński zerstört. Mit stoischer Würde fordert Brodziński eine Quittung – eine stille, aber unmissverständliche Kampfansage.
Mein Nachbar und der Krieg um den Laubbläser
von Bill
Bill und sein Nachbar Ron führen seit Jahren einen stillen Wettrüstungsstreit um Laubbläser – ein humorvolles Kräftemessen, das beide nie offen zugegeben haben. Der Höhepunkt kommt, als sie sich eines Samstagmorgens gleichzeitig gegenüberstehen und spontan in gemeinsames Lachen ausbrechen. Was als absurde Rivalität begann, endet in ehrlicher Kameradschaft.
Die WhatsApp-Gruppe, die niemand verlassen darf
von ErikL
ErikL ist Hausmeister in Malmö und seit drei Jahren unfreiwilliges Mitglied einer WhatsApp-Gruppe der Hausgemeinschaft, die sich von einem Kommunikationsmittel zu einem täglichen Konfliktherd mit 37 Teilnehmern entwickelt hat. Die Themen reichen von echten Hausproblemen bis zu grotesken Eskalationen wie einem viertägigen Kinderwagen-Streit oder einer Diskussion über zu späte Nachrichten, die bis 1:30 Uhr morgens andauerte. ErikL hat gelernt, dass er als Hausmeister trotz neutraler Formulierungen stets als Partei wahrgenommen wird und mehr digitale Konflikte löst als echte Rohrbrüche.
Der Sauna-Knigge, den niemand befolgt
von AnnaLiisa
AnnaLiisa betreibt seit acht Jahren eine öffentliche Sauna in Finnland und beobachtet dabei, wie die angeblich heiligen Regeln der Saunakultur in der Praxis kaum jemand einheitlich befolgt. Mit witzigem Blick beschreibt sie stille Machtkämpfe um den Aufguss, lautstarke Geschäftsgespräche und die paradoxe soziale Dynamik, die entsteht, wenn alle nackt und verschwitzt nebeneinandersitzen. Am Ende trifft sie eine treffende Aussage über den finnischen Charakter: Gestritten wird nur über heißen Stein – über den Rest des Lebens schweigt man lieber.
Hegel auf dem Fahrrad
von Tobias
Hegel: Geschichte durch Widerspruch. These trifft Antithese, Synthese entsteht. Napoleon: Irrtum, Struktur: vielleicht recht. Auf der Karl-Liebknecht-Straße gibt es eine Ampel die immer rot ist wenn Tobias ankommt. These: Grün. Antithese: Rot. Synthese: Hegel auf dem Handy. Neue These: er benutzt Hegel um nicht daran zu denken dass ihm kalt ist. An der Struktur hatte Hegel recht.
Türen
von Tobias
Türen die nicht aufgehen: meistens ist jemand zu Hause. Heidegger — vereinfacht, er würde es hassen — würde sagen Abwesenheit ist Präsenz. Die Tür sagt: heute nicht, ich bin da aber nicht verfügbar. Tobias respektiert das. Weniger respektiert er die Leute die Telekinese erwarten.
Falsche Adresse
von Rudi
Rudis Lehrling liefert eine Hochzeitstorte zur Beerdigung — Kirchenthurnen und Kirchlindach. Er wollte nicht unhöflich sein. Die Familie des Verstorbenen ruft an, nicht ärgerlich: ihr Mann mochte Erdbeeren. Rudi schickt keine Rechnung.
Zwillinge
von Paul
Zwillinge sind nicht doppelte Arbeit — sie sind zwei simultane Versionen derselben Arbeit die sich unvorhersehbar auseinanderentwickeln. Elise laut und direkt, Thomas ruhig mit Meinungen über seine Tasse. Das ist entweder das beste oder schlechteste Training für Grafikdesign.
Drei Pommes
von Paul
Belgische Pommes werden zweimal frittiert. Das ist kein Detail. Paul hat das vielen erklärt. Was er dabei gelernt hat: die Pommes sind nicht der Punkt. Belgier sind bei wenigen Dingen leise sehr sicher. Die dritte Anekdote ist zu belgisch um sie zu erklären. Man müsste hier sein.
Die Tomate des Jahres
von NigelA
2019: eine Brandywine-Tomate, 847 Gramm, dreimal gewogen. Nachbar Derek: keine richtige Tomate. Nigel: vernünftig ist kein gartenbaulicher Standard. Er isst die Hälfte alleine auf der Terrasse im August. Manche Dinge sollte man alleine essen. Dereks Tomaten: makellos und völlig ohne Geschmack. Das sagt er nicht. Er denkt es.
Samstage
von Maggie
Maggie singt seit 2015 samstags morgens beim Arbeiten. Sie weiß nicht warum. Manche Kunden singen mit. Einer hatte Kopfschmerzen. Eine empfahl professionelle Hilfe — gemeint waren wahrscheinlich Gesangsstunden. Maggie bat nicht um Klarstellung.
Was sie erzählen
von Maggie
In 30 Jahren hat Maggie gehört: Affären, Testamente, Geschäftspläne, Priestermeinungen für Bischöfe. Leute denken sie reden mit dem Spiegel. Sie reden mit ihr. Sie gibt nichts weiter — nicht aus Diskretion, aus Selbsterhaltung.
Bio
von JeanPierre
Touristen fragen Jean-Pierre immer ob sein Wein bio ist. Er erklärt vier Generationen Pestizidgeschichte. Sie wollen Ja oder Nein. Er sagt: kommen Sie in zwanzig Jahren wieder. Sie kaufen trotzdem eine Flasche.
Die Aquarellgruppe
von Hannelore
Hannelore beschreibt ihren Aquarellkurs — Herr Wendt mit dem teuren Skizzenbuch und dem englischen YouTube-Video, Frau Koopmann die nur Boote malt. Hannelore malt was vor ihr liegt. Beim dritten Termin schaut sie auf die Uhr. Das kennt sie noch vom Dienst.
Gerald
von ErikL
Ein Elch ignoriert seit drei Jahren alle Abwehrmaßnahmen in Eriks Revier. Erik nennt ihn Gerald. Der letzte Satz erklärt die Lösung.
Bernard
von Catherine
Bernard, ein 17-jähriges Quarter Horse, hat Catherine dreimal gebissen — Schulter, Arm, Hinterkopf. Besitzerin Pat: er tut es weil er sie mag. Catherine glaubt das — die Alternative wäre schlimmer. Bernard ist sonst vernünftig. Hat einmal mitgearbeitet — praktisch Heiligkeit. Pat behält sich das Urteil vor.
Auckland gegen Wellington
von Bob
Wellington: besserer Kaffee — zugegeben. Kunst: vergleichbar nach Bobs Maßstäben (was Wellington-Leute ablehnen würden). Auckland: drei Millionen, Hafen, Direktflüge, kein Juli-Jacket. Wellington: schöne Uferpromenade. Bob war 42-mal dort, hat 31 Besuche genossen — gutes Verhältnis. Findet es einfacher aus Auckland zu genießen.
Golf
von Bob
Golf in Neuseeland: immer gegen den Wind. Bob: der Wind einrechnen und richtig einrechnen sind verschiedene Fähigkeiten, dazwischen wohnen seine Runden. Golf ist entspannend — falsch. Golf ist ein 40-jähriges Gespräch mit eigenen Grenzen. Handicap 12 seit sechs Jahren. Pro: Potenzial für 10. Bob: er sagt das zu jedem. Seine Frau hat irgendwie eine neun. Er redet nicht darüber.
Die Zahnseide-Frage
von Bob
Die häufigste Lüge beim Zahnarzt: ja, ich seide täglich. Bob hat eine höfliche Umschreibung entwickelt. Die beste Ausrede: es fühlt sich an wie nachgeben. Er konnte nicht ganz widersprechen. Seine Frau: er hätte mitfühlender sein sollen. Wahrscheinlich. Aber nach so vielen vermeidbaren Schäden hört etwas auf den Leuten den Vorteil des Zweifels zu geben.
Linda
von Bill
Linda sagt seit 28 Jahren: mehr Geduld mit Maschinen als mit Menschen. Bill hat aufgehört zu widersprechen — sie hat nie bei wichtigen Dingen unrecht. Sein Gegenargument: Maschinen und Menschen haben viel gemeinsam, nur Maschinen sagen direkt was falsch ist. Sie liest mit. Sagt: das ist buchstäblich mein Punkt.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Humor und Satire?

Humor will erheitern und wohlwollend zeigen, was menschlich ist. Satire hat eine Spitze: Sie übertreibt, um Missstände oder Eitelkeiten zu entlarven.

Was macht eine gute humorvolle Geschichte aus?

Timing und Wahrheit. Das Komische wirkt am stärksten, wenn es aus echten Figuren und Situationen entsteht – nicht aus Gags, die man dem Text aufsetzt.

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