Der Ausschuss zur vorläufigen Standardisierung regionaler Suppen
von WChrzanowski · 03. September 2026 · Humor & Satire
Ein satirischer Blick auf eine kafkaeske Bürokratie, die seit elf Jahren tagt, um die offizielle Zeremonialsuppe einer polnischen Region festzulegen – ohne je zum eigentlichen Thema vorzudringen. Die Geschichte entfaltet mit trockenem Witz die absurde Selbstreferenzialität von Ausschüssen, Unterausschüssen und endlosen Verfahrensfragen.
Der Ausschuss hatte sich seit elf Jahren jeden dritten Dienstag getroffen, um zu entscheiden, ob Żurek oder Barszcz zur offiziellen Zeremonialsuppe der Małopolskaer Regionalentwicklungsinitiative erklärt werden sollte, und hatte das für die Aufnahme formeller Beratungen erforderliche Quorum noch nicht erreicht, weil die Frage, was ein Quorum ausmacht, selbst von einem Unterausschuss geprüft wurde, der seit 2019 nicht mehr zusammengekommen war – aufgrund eines Terminkonflikts mit einem anderen Unterausschuss, der die Aufgabenbeschreibung des ersten Unterausschusses untersuchte.
Pan Eugeniusz Broda, der in Abwesenheit des vorläufigen Sekretärs als kommissarischer vorläufiger Sekretär fungierte, der wiederum in Abwesenheit des Sekretärs abwesend war, der in Rente gegangen war, schlug seinen Ordner auf. Der Ordner enthielt die Tagesordnung, die einen einzigen Punkt enthielt, nämlich die Tagesordnung für die nächste Sitzung. Das war so üblich.
„Ich beantrage", sagte Pani Zofia Kulka, die die Rübenbauerngenossenschaft des Südlichen Hügellandes vertrat, „dass wir den Antrag, den im März vertagten Antrag wieder aufzunehmen, vertagen."
„Welcher März?", fragte Pan Henryk Twaróg, der den Verband für Roggen und verwandte fermentierte Erzeugnisse seit so langer Zeit vertrat, dass einige der jüngeren Mitglieder damals noch keinen Führerschein hatten.
„Der betreffende März", sagte Pani Zofia.
Dies wurde im Protokoll als klärungsbedürftiger Klärungspunkt vermerkt.
Die Suppenfrage hatte ihren Ursprung, wie alle großen institutionellen Katastrophen, in etwas völlig Vernünftigem. Im Jahr 2013 hatte jemand vorgeschlagen, dass die regionale Tourismusbroschüre von einem Signature-Gericht profitieren könnte. Der Vorschlag war an die zuständige Abteilung weitergeleitet worden, die ihn an die andere zuständige Abteilung weitergeleitet hatte, die festgestellt hatte, dass eine Entscheidung von dieser kulturellen Tragweite eines abteilungsübergreifenden Gremiums bedurfte, das eine Gründungssatzung erforderte, die eine rechtliche Prüfung erforderte, die eine Haushaltslinie erforderte, die der Genehmigung eines Ausschusses bedurfte, der nicht mehr existierte, dessen Aufgaben von einem Ausschuss übernommen worden waren, der sein Mandat so auslegte, dass es keine Suppen einschloss.
Ein neuer Ausschuss wurde gebildet. Er erhielt einen so langen Namen, dass das Akronym selbst unaussprechlich war, und wurde daher informell als „Suppenausschuss" bezeichnet, was drei Mitglieder als unwürdig und zwei als charmant empfanden; der kommissarische vorläufige Sekretär protokollierte dies als „das im Folgenden unter seiner vollständigen Bezeichnung geführte Gremium, für den internen Schriftverkehr abgekürzt als SSA, unter dem Hinweis, dass SSA nicht als Billigung von Informalität zu verstehen ist."
Bis 2017 hatte der Ausschuss vier Positionspapiere erstellt, von denen zwei sich in der Frage widersprachen, ob eine Suppe zeremoniell sein könne, wenn sie auch bei Beerdigungen gegessen wird. Pan Henryk hatte ein Minderheitsvotum verfasst. Pani Zofia hatte ein Minderheitsvotum zu seinem Minderheitsvotum verfasst. Jemand vom Kulturamt hatte an einer einzigen Sitzung teilgenommen, einen Keks gegessen und war nie zurückgekehrt.
Die heutige Sitzung war einberufen worden, um auf ein Schreiben des Regionalen Tourismusverbands einzugehen, der sich nach elf Jahren sanft erkundigt hatte, ob die Suppenfrage zu irgendwelchen Schlussfolgerungen gelangt sei, da man die Broschüre aktualisiere und noch eine Leerstelle freigelassen habe.
Die Leerstelle wurde in dem Schreiben als „ungefähr so groß wie eine Suppenschüssel, im übertragenen Sinne" beschrieben.
Pan Henryk fand das leichtfertig. Pani Zofia fand es klagbar. Das jüngste Mitglied, ein vierunddreißigjähriger Mitarbeiter aus dem Büro für digitale Transformation namens Paweł, der dem Ausschuss vor sechs Monaten zugeteilt worden war und noch immer glaubte, dass sich Dinge lösen ließen, schlug vor, einfach abzustimmen.
Die darauffolgende Stille war von jener Art, die Gewicht und Textur hat. Pan Eugeniusz blickte auf seinen Ordner. Pan Henryk blickte an die Decke. Pani Zofia sah Paweł an, so wie ein Wettersystem eine kleine Küstenstadt ansieht.
„Abstimmen", sagte Pan Henryk schließlich, als wäre das Wort ein Fremdkörper, den er im Mund umdrehte. „Über die Suppe."
„Über die Suppe", bestätigte Paweł.
„Ohne die Ergebnisse des Unterausschusses zum Quorum?"
„Wir haben sieben Personen im Raum. Sieben ist definitiv ein Quorum."
„Sieben ist definitiv eine Zahl", sagte Pan Henryk. „Ob das ein Quorum darstellt, ist eine gesonderte Frage, und ich verweise Sie auf—"
„Abschnitt vier, Absatz zwei, Unterabschnitt C", sagte Pani Zofia, „der das Wort ‚ausreichend' verwendet, welches nicht definiert ist."
„Ich könnte es nachschlagen", sagte Paweł.
„Es war definiert", sagte Pan Eugeniusz leise, „im Arbeitsdokument von 2015. Aber dieses Dokument wurde nie förmlich verabschiedet, weil es in der falschen Schriftart eingereicht worden war."
Paweł schrieb etwas in sein Notizbuch. Er unterstrich es. Er starrte einen Moment darauf. Dann schlug er eine neue Seite auf.
Die Sitzung endete vierzig Minuten später, ohne dass der Tagesordnungspunkt erreicht worden war, bei dem es sich, wie bereits erwähnt, um die Tagesordnung für die nächste Sitzung handelte. Das Protokoll wurde am folgenden Tag verteilt. Es umfasste vierzehn Seiten. Die Suppe blieb unentschieden, im zeremoniellen Sinne, obwohl alle hinterher im Flur einig waren, dass der Kaffee furchtbar gewesen sei und dass wirklich jemand etwas dagegen unternehmen müsste.
Ein Unterausschuss wurde vorgeschlagen.
Diese Geschichte wurde mit Hilfe von KI erstellt.
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