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Glossar

Unzuverlässiger Erzähler

Kurz gesagt: Ein unzuverlässiger Erzähler ist eine Erzählstimme, der man nicht trauen kann: Sie beschönigt, verschweigt, irrt sich oder lügt – bewusst oder unbewusst. Der Reiz entsteht, wenn der Leser allmählich merkt, dass die Wahrheit anders ist als erzählt.

Woher der Begriff kommt

Den Begriff prägte der Literaturwissenschaftler Wayne C. Booth 1961: Ein Erzähler ist „unzuverlässig“, wenn seine Sicht von den Werten oder Fakten der Geschichte abweicht. Das Verfahren selbst ist viel älter – überall dort, wo jemand seine eigene Geschichte erzählt, kann er sie färben.

Wie du einen unzuverlässigen Erzähler einsetzt

Risse zeigen, nicht erklären: Streue kleine Widersprüche zwischen dem, was der Erzähler sagt, und dem, was in der Szene tatsächlich passiert. Der Leser soll selbst stutzig werden.

Ein Motiv geben: Scham, Schuld, Selbstschutz, Wahn: Die Unzuverlässigkeit wirkt am stärksten, wenn sie einen menschlichen Grund hat.

Fair bleiben: Die Hinweise müssen da sein. Ein Twist aus dem Nichts fühlt sich wie Betrug an; einer, den man im Rückblick hätte sehen können, ist ein Triumph.

Die Ich-Perspektive nutzen: Am natürlichsten lebt der unzuverlässige Erzähler in der ersten Person – eine einzelne, begrenzte, gefärbte Sicht.

Perspektive auf Fireside

Viele Geschichten auf Fireside werden in der Ich-Perspektive erzählt – der Heimat des unzuverlässigen Erzählers. Wenn du damit spielst, hilft dir die Rückmeldung deiner Leser, zu prüfen, ob die feinen Risse ankommen, ohne den Twist zu früh zu verraten.

Verwandte Begriffe: Ich-Erzähler · Erzählperspektive · Subtext

Eine Geschichte erzählen

Häufige Fragen

Was ist ein unzuverlässiger Erzähler einfach erklärt?

Eine Erzählstimme, der man nicht trauen kann – sie beschönigt, irrt sich oder lügt, sodass die Wahrheit anders ist als erzählt.

Woran erkennt man einen unzuverlässigen Erzähler?

An Widersprüchen zwischen dem, was er sagt, und dem, was tatsächlich geschieht – oft verbunden mit einem Motiv wie Scham, Schuld oder Wahn.

Welche Perspektive eignet sich dafür?

Meist die Ich-Perspektive, weil sie eine einzelne, begrenzte und färbbare Sicht bietet.