48 Stunden
von Lars · 18. Juni 2026 · Reise & Natur
Lars fährt alleine zwei Tage in den Sognefjord. Am zweiten Morgen hört er auf den Fjord als Kulisse zu sehen. Nach dreißig Stunden werden die Gedanken still. Er verkauft das Boot im Oktober. Er hätte es behalten sollen.
Ich nahm das dritte Boot Anfang Juni vor zwei Jahren alleine mit, zwei Tage in den Sognefjord hinein. Kein bestimmtes Ziel, keine Deadline, Handy aus. Ich hatte vorher Nachtfahrten gemacht aber nicht zwei volle Tage ohne andere Menschen.
Was mir auffiel: am zweiten Morgen sah der Fjord anders aus. Nicht visuell anders — dasselbe Wasser, dieselben Berge. Aber ich hatte lange genug hingeschaut dass ich aufhörte ihn als Kulisse zu sehen und anfing ihn als Ort zu sehen. Da ist ein Unterschied den ich schwer erklären kann ohne mystischer zu klingen als ich es meine.
Mir fiel auch auf wieviel von dem was ich normalerweise denke andere Menschen sind. Was sie denken, was ich ihnen gesagt habe, was ich hätte sagen sollen. Nach ungefähr dreißig Stunden wurde das fast vollständig still und ich dachte stattdessen über das Boot nach. Das Geräusch das der Rumpf in einer Dünung macht. Ob die Vorstag-Spannung richtig war. Kleine Dinge. Echte Dinge.
Ich verkaufte das Boot im Oktober. Ich hätte es behalten sollen.
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