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Taktangabe für einen Sauerteig

von Cormac · 10. Juli 2026 · Lyrik

Ein irischer Bäcker und Ex-Musiker verarbeitet in einem Gedicht mit Refrain das Ende seiner Band und findet im Rhythmus des Brotbackens ein neues, ruhigeres Maß für Geduld und Zusammenspiel.

Vier Schläge bis zur Faltung, eine Pause, dann vier mehr — dem Teig ist es egal, in welcher Tonart ich vorher war.

*(Refrain, leise)* Alles, was aufgeht, hält sein eigenes Maß. Alles, was aufgeht, hält sein eigenes Maß.

Früher zählte ich in Takten, sechzehn auf eine Strophe, ein Schlagzeuger an der Schulter, der mich einzählte, schlechter oder besser, als ich es verdiente — jetzt zähle ich in Stunden, Gärkasten, achtunddreißig Grad, kein Schlagzeuger mehr, nur Mehl, und der Teig findet immer noch die Eins, den Schlag unter der Haut, das kleine Fallen und Heben, das heißt: die Hefe ist gekommen.

*(Refrain, leise)* Alles, was aufgeht, hält sein eigenes Maß. Alles, was aufgeht, hält sein eigenes Maß.

Die Band löste sich an einem Dienstag auf, eigentlich niemandes Schuld, nur vier verschiedene Uhren, die so lange im Gleichklang liefen, dass wir es für einen Akkord hielten. Ich habe es nicht betrauert wie einen Tod. Ich habe es betrauert wie ein Tempo, das ich nicht mehr im Atem halten konnte — und fand, drei Jahre später, beim Kneten, dass auch ein Brot die Geduld von vier Menschen braucht, gegossen in ein einziges Paar Hände, der Sauerteig singt Alt, das Salz hält den Bass, der Ofen, heiß und beständig, hält den Takt an meiner Stelle.

*(Refrain, letztes Mal, nicht leise)* Alles, was aufgeht, hält sein eigenes Maß. Ich habe erst zugehört, seit ich aufhörte, selbst zu zählen.

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