Lucía
von Isabel · 18. Juni 2026 · Biografie & Memoir
Lucía findet vierzehn Monate lang den Takt nicht. Sie gibt einmal auf, kommt zurück. Dann im März: es setzt sich. Isabel hört es. Lucía sagt: es fühlte sich an wie aufhören zu versuchen. Isabel sagt: das ist das Ganze.
Lucía kam mit elf Jahren zu mir und konnte den Takt nicht finden. Nicht ein bisschen daneben — wirklich verloren, den Rhythmus im Kopf statt in der Brust suchend, versuchend sich hineinzudenken, was der einzige Weg ist auf dem er nicht kommt. Das habe ich vorher gesehen. Normalerweise löst es sich in ein paar Monaten.
Bei Lucía dauerte es vierzehn Monate. Ich hatte fast zweimal aufgegeben. Sie hatte definitiv einmal aufgegeben, ihrer Mutter gesagt sie wolle aufhören, und kam zwei Wochen später ohne Erklärung zurück. Dann im März, mitten in einer Sequenz die sie dreißig Mal gemacht hatte, verschob sich etwas. Sie hörte es nicht passieren. Ich schon. Ein Setzen, wie wenn etwas nach langer Zeit leicht falsch seinen richtigen Platz findet.
Danach sagte sie: war das es? Ich sagte ja. Sie dachte darüber nach. Sie sagte: es fühlte sich an wie aufhören zu versuchen. Ich sagte das ist genau was es ist. Das ist eigentlich das Ganze.
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