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Felix

von Thomas · 18. Juni 2026 · Heimat & Regionales

Minus acht Grad, Fehllage, zwei Tierärzte die schlafen. Thomas ruft seinen Vater an. Das Kalb steht nach neunzehn Minuten. Es heißt Felix. Er schaut Thomas an als würde er sich an nichts erinnern.

Die Nacht vom 7. auf den 8. Februar 2022. Minus acht Grad draußen. Ich bin um halb zwölf in den Stall weil die Kuh Brunhilde — das ist ihr Name, das war der Name bevor ich den Hof übernommen hab, ich hab ihn nicht geändert — Brunhilde also fängt an zu kalben und was ich seh ist nicht gut.

Fehllage. Das Kalb liegt quer. Ich ruf den Tierarzt an, der schläft. Ich ruf den anderen an, der schläft auch. Ich ruf meinen Vater an, der schläft nicht, der ist in drei Minuten im Stall. Wir reden nicht viel. Er macht was er immer gemacht hat, ich mach was er mir zeigt, das Kalb kommt um zwei Uhr morgens raus und liegt da und rührt sich nicht.

Neunzehn Minuten. So lang hat das gedauert bis es gestanden ist. Ich hab jede Minute gezählt.

Es heißt jetzt Felix. Meine Tochter hat das entschieden. Er ist heute zwei Jahre alt und das gesündeste Tier auf dem Hof. Manchmal schaut er mich an als würde er sich an nichts erinnern.

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