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Die Sprache, die nur noch im Dorf lebt

von Eszter · 12. Juli 2026 · Gesellschaft & Zeitgeschehen

Eszter unterrichtet seit elf Jahren eine ungarische Minderheitensprache in einer winzigen Dorfschule im rumänischen Szeklerland, deren Schülerzahl von dreiundzwanzig auf acht gesunken ist. Die Sprache verschwindet nicht durch Verbot, sondern durch die stille Anziehungskraft des Rumänischen in digitalen Medien und städtischer Zukunft. Um gegenzusteuern, dreht Eszter mit ihren Schülern kleine Videos in der Minderheitensprache und veröffentlicht sie auf denselben Plattformen, auf denen die Kinder ohnehin unterwegs sind.

Eszter unterrichtet seit elf Jahren eine ungarische Minderheitensprache, die außerhalb ihres Dorfes im rumänischen Szeklerland kaum noch jemand fließend spricht, an einer einklassigen Schule mit derzeit acht Kindern. Als sie anfing, hatte die Schule noch dreiundzwanzig. Die Eltern der jüngeren Generation ziehen zunehmend in Städte, wo Ungarisch im Alltag kaum gebraucht wird, und selbst die Kinder, die noch im Dorf bleiben, sprechen untereinander zunehmend Rumänisch, weil es die Sprache der Videos ist, die sie auf ihren Telefonen ansehen.

Was Eszter am meisten beunruhigt, ist nicht der Rückgang selbst, sondern wie beiläufig er geschieht. Niemand verbietet die Sprache mehr, wie es frühere Regierungen taten. Sie verschwindet nicht durch Verbot, sondern durch Bequemlichkeit — weil die größere Sprache in mehr Videos, mehr Jobs, mehr Zukunft vorkommt. Eine Großmutter im Dorf sagte ihr einmal, mit einer Mischung aus Traurigkeit und Nüchternheit, dass ihre Enkelkinder ihre eigenen Träume inzwischen auf Rumänisch erzählen.

Eszter hat begonnen, mit ihren acht Schülern kleine Videos in der Minderheitensprache zu drehen — Kochrezepte der Großmütter, alte Lieder, Wörter für Dinge, für die es im Rumänischen keine direkte Entsprechung gibt — und sie auf denselben Plattformen zu veröffentlichen, auf denen die Kinder ohnehin ihre Zeit verbringen. Das Projekt hat kaum tausend Follower, aber sie glaubt, dass es der einzige realistische Weg ist: die Sprache dort zu verteidigen, wo sie tatsächlich verloren geht, nicht in Büchern, sondern auf Bildschirmen.

Man rettet eine Sprache nicht, indem man sie in eine Vitrine legt, sagt Eszter. Man rettet sie, indem man sie dorthin bringt, wo die Kinder sowieso schon sind.

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