Was die Hände erinnern
von Ruqayyah_Hamid · 16. September 2026 · Familie & Generationen
Cik Normah, eine ältere malaiische Frau, versucht ihrer Enkelin Alia das Formen von onde-onde beizubringen – ein Rezept, das nie aufgeschrieben, sondern nur durch Hände weitergegeben wurde. In der stillen Spannung zwischen Tradition und Moderne wird deutlich, dass nicht nur ein Kochrezept, sondern eine ganze Art des Wissens und Erinnerns vom Verschwinden bedroht ist. Die Geschichte bleibt mitten im Satz offen, was das Fragmentarische des Gedächtnisses selbst widerspiegelt.
Cik Normahs Hände hatten die Dinge stets gewusst, bevor ihr Verstand es tat. Sie wussten, wenn Regen nahte – ein Ziehen in den Knöcheln. Sie kannten die Trauer, wie sie sich in den Handflächen niederließ wie Wasser in einem gewölbten Blatt. Und nun, während sie zusah, wie ihre Enkelin Alia Kuih auf einem Tablett arrangierte mit der sorglosen Schnelligkeit von jemandem, der eigentlich woanders sein wollte, wussten ihre Hände auch das: dass gleich etwas Altes verloren gehen würde, und dass sie die Einzige war, die sein Gewicht verstand.
„Du drückst zu fest", sagte Cik Normah. „Die Onde-onde werden reißen."
Alia blickte kurz auf. Sie war zweiundzwanzig, hübsch auf eine Art, die nichts mit Mühe zu tun hatte, und ständig in Eile auf ein Leben zu, das größtenteils auf einem kleinen, leuchtenden Bildschirm existierte. „Sie schmecken so oder so gleich, Opah."
„Das tun sie nicht."
Dies war ein Streit, den Cik Normah nicht mit Worten gewinnen konnte, und das wusste sie. Also trat sie an den Herd und übernahm auf jene Art, wie alte Frauen stets übernehmen – nicht scheltend, einfach ersetzend, ihre Hände fanden den vertrauten Rhythmus, ohne darum gebeten worden zu sein. Der Duft von Pandan stieg zwischen ihnen auf wie eine halb erinnerte Sache.
Alias Mutter, Suraya, war in diesem Alter genauso gewesen. Ungeduldig in der Küche, hungrig nach anderem. Sie hatte Perak mit neunzehn verlassen für eine Sekretärinnenschule in Kuala Lumpur und war nur noch zum Hari Raya und zu Beerdigungen zurückgekehrt – und irgendwann nicht einmal mehr zum Hari Raya. Cik Normah hatte sich damit abgefunden – Frieden, wie sie längst begriffen hatte, war weniger die Abwesenheit von Schmerz als vielmehr die Entscheidung, ihn still zu tragen.
Aber Suraya hatte noch gewusst, wie man Onde-onde macht. Ihre Mutter, Cik Normahs eigene Mutter, hatte ihr das Rezept in die Finger gedrückt, so wie es ihr selbst eingedrückt worden war: nicht aufgeschrieben, nicht erklärt, sondern vorgezeigt, bis die Hände es unabhängig vom Verstand verstanden. Eine Art Erbe, das nichts verlangte, außer weitergegeben zu werden.
Nun sah Cik Normah zu, wie Alia das Tabletttuch neu faltete, und fragte sich, ob noch jemand übrig war, der es empfangen würde.
„Setz dich", sagte sie. Nicht streng.
Alia setzte sich, überrascht genug, um zu gehorchen.
„Leg deine Hände hier hin." Cik Normah führte die Handflächen des Mädchens auf den weichen, grünen Teig. „Spür, wie er nachgibt. Nicht zu viel, nicht zu steif. Du suchst etwas zwischen reif und bereit – es gibt dafür ein Wort im Kampung. Meine Mutter hat es benutzt. Ich erinnere mich jetzt nicht mehr daran."
Sie hielt inne, wirklich bekümmert über dieses kleine Vergessen. Das Wort hatte sechzig Jahre lang in ihr gelebt und war plötzlich verschwunden, wie ein Schlüssel, der im hohen Gras zu Boden fällt.
„Ist es sesuai?", fragte Alia, unsicher.
„Nein. Etwas Älteres als sesuai." Cik Normah schüttelte den Kopf. „Vergiss das Wort. Behalte das Gefühl."
Alia begann unter der Anleitung ihrer Großmutter eine Kugel zu formen, zunächst tastend, dann mit mehr Aufmerksamkeit. Sie hatte kein natürliches Talent dafür – ihre Formen wurden leicht ungleichmäßig – doch sie hörte nicht auf. Draußen sammelte sich der Nachmittag in jener besonderen Stille, die einem Perak-Gewitterregen vorausgeht, die Luft schwer und wartend.
„Deine Mutter", sagte Cik Normah nach einer Weile, „hat immer geklagt, das Gula Melaka sei zu süß."
Alia lächelte, ohne aufzublicken. „Es ist zu süß."
„Ja. Aber deine Großmutter vor mir hat es so gemacht, und ihre Mutter vor ihr. Manche Süße erbt man, ob man will oder nicht."
Da kam der Regen, plötzlich und eigenwillig, trommelte auf das Zinkdach mit einer Bestimmtheit, die das Gespräch schwierig machte. Sie arbeiteten im Lärm des Regens, die beiden, und Cik Normah spürte, wie sich etwas in ihrer Brust löste – nicht genau Trauer, nicht Erleichterung, sondern eine Verbindung aus beidem, die sich nur dann einstellt, wenn man etwas sehr lange festgehalten hat und unversehens ein weiteres Paar Hände findet, das bereit ist, die Last zu teilen.
Als das Tablett voll war, sah Alia ihre Großmutter mit einem Ausdruck an, den Cik Normah kannte. Sie hatte ihn selbst einmal getragen, in einer anderen Küche stehend, wie sie älteren Händen zuschaute, die sich mit einer Sicherheit bewegten, die sie sich selbst noch nicht vorstellen konnte zu besitzen.
„Opah", sagte Alia. „Bring mir den Rest bei."
Cik Normah sagte nicht sofort ja. Sie trocknete ihre Hände an der Schürze, betrachtete die unvollkommene Reihe grüner Kugeln auf dem Tablett – schief, aufrichtig, jede mit ihrer kleinen verborgenen Süße – und beschloss, dass Unvollkommenheit die Art war, wie alle guten Dinge auf der Welt ankamen.
„Komm am Samstag", sagte sie. „Und komm mit leeren Händen. Ich werde sie füllen."
Diese Geschichte wurde mit Hilfe von KI erstellt.
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