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Die erste Nacht

von Helga · 18. Juni 2026 · Biografie & Memoir

Letzte Schicht 14. März. Um drei Uhr nachmittags weiß Helga nicht was sie tun soll — drei Uhr morgens kannte sie, drei Uhr nachmittags nicht. Tee. Vogel. Licht. Um elf nicht müde. Bis zwei Uhr lesen. Das sind also Abende. Das ist was alle anderen die ganze Zeit gemacht haben.

Meine letzte Schicht war der vierzehnte März. Ich kam um sieben Uhr morgens nach Hause, wie ich es tausende Male getan hatte, schlief bis zum späten Nachmittag, wie ich es tausende Male getan hatte, und dann wachte ich auf und es war drei Uhr und ich war in Rente.

Ich wusste nicht was ich um drei Uhr nachmittags tun sollte. Ich weiß seit fünfunddreißig Jahren was ich um drei Uhr morgens zu tun habe — Kurven prüfen, Patienten prüfen, den Tee machen der einen bis fünf bringt. Drei Uhr nachmittags ist ein anderes Land. Ich machte trotzdem Tee. Ich saß am Küchentisch und schaute in den Garten. Ein Vogel landete auf dem Zaun und flog weg. Ich sah dem Lichtwechsel ungefähr zwei Stunden lang zu.

Um elf Uhr abends war ich nicht müde. Mein Körper dachte es gäbe irgendwo zu sein. Gab es nicht. Ich saß bis zwei Uhr auf und las einen Roman den ich vier Jahre lang lesen wollte, und dachte: das sind also Abende. Das ist was alle anderen die ganze Zeit gemacht haben.

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