Das Haus
von Sofia · 18. Juni 2026 · Biografie & Memoir
Sofias Mann Michalis starb 2017. Er hinterließ ihr sein Elternhaus. Sie kann es weder verkaufen noch bewohnen. Sie fährt manchmal auf der alten Straße daran vorbei und hält nicht an.
Mein Mann Michalis starb 2017. Er hinterließ mir das Haus in dem er aufgewachsen war, fünfzehn Minuten von meinem Dorf, auf einem Hügel über der alten Straße. Er hatte es in den neunziger Jahren restauriert als wir frisch verheiratet waren, wir beide an Wochenenden mit zu wenig Geld und mehr Zuversicht als Können. Ich kenne jeden Raum. Ich kenne das Fenster das bei Feuchtigkeit klemmt und die Stufe die hohl klingt und die Ecke des Gartens wo der Rosmarin wild wächst weil keiner von uns je die Zeit fand ihn zu pflegen.
Ich habe es nicht verkaufen können. Ich habe zweimal versucht den Prozess zu beginnen und beide Male aufgehört bevor ich mit jemandem gesprochen hatte. Ich sage mir ich warte auf den richtigen Moment, was ich weiß ist nicht ganz wahr.
Ich habe auch nicht dort wohnen können. Ich fuhr eine Woche den Sommer nach seinem Tod und fand dass ich nicht über den dritten Tag hinauskam. Es war nichts falsch daran. Alles war genau so wie es sein sollte, was das Problem war.
Meine Söhne denken ich sollte mich entscheiden. Ich glaube sie haben recht und ich glaube das ist keine Entscheidung die ich durchdenken kann. Also wächst der Rosmarin und klemmt das Fenster und ich fahre manchmal auf der alten Straße daran vorbei und halte nicht an.
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