August
von Sofia · 18. Juni 2026 · Biografie & Memoir
Im August gehört das Dorf den Touristen. Sofia beobachtet das ohne Bitterkeit — die Wirtschaft ist kein Geheimnis. Am 15. September atmet das Dorf wieder aus. Den Touristen sagt sie das nicht. Die scheinen eine sehr gute Zeit zu haben.
Im August hört das Dorf auf das Dorf zu sein. Das ist keine Beschwerde — das möchte ich klarstellen — denn die Taverne wo Giorgos seit dreißig Jahren arbeitet braucht den Sommer um die anderen neun Monate zu bezahlen, und die Unterkunft die meine Nachbarin Eleni vermietet hat beide ihrer Kinder durch die Universität gebracht. Die Wirtschaft ist kein Geheimnis.
Was passiert ist eher wie ein Kostümwechsel. Die Straßen füllen sich mit Menschen die auf eine Art glücklich sind die leicht ermüdend ist zu beobachten, so wie sehr laute Musik aus der Entfernung gut ist. Der Strand den ich von März bis Juni um sechs Uhr morgens entlangging wird unzugänglich. Die Bäckerei die normalerweise meine Bestellung fertig hat wenn ich ankomme fängt an um acht Uhr die Dinge ausgehen zu lassen.
Am fünfzehnten September ist es vorbei. Der Strand gehört wieder mir. Giorgos wird wieder zu einer Person mit der ich zu Mittag esse und nicht zu einer Person auf die ich warten muss. Das Dorf erkennt sich selbst. Das Licht im späten September hier hat eine besondere Qualität die ich als das Ausatmen des Dorfes denke.
Ich sage den Touristen nichts davon. Sie scheinen eine sehr gute Zeit zu haben.
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